Wie wird Kakao gerechter?

Keine Schokolade ohne Kakao, kein Kakao ohne Bauernfamilien, die ihn anbauen. Millionen dieser Bauernfamilien leben in Armut. Der Preis ist Teil des Problems, aber nicht allein. Die kleinbäuerlichen Strukturen spielen eine ebenso grosse Rolle.

Was ist das Problem beim Kakoanbau?

70 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos stammen aus Westafrika. Den Grossteil dieses Kakaos produzieren Millionen von Bauernfamilien mit kleinen Parzellen und tiefen Erträgen. Die Kakaoproduzent:innen, mit denen wir in Togo zusammenarbeiten, bewirtschaften beispielsweise rund 1.5 Hektar Land und erzielen Erträge von knapp 400 Kilo pro Hektar. Bei den aktuellen Preisen für Kakao – auch Fairtrade – ist unter dieser Voraussetzung kein existenzsicherndes Einkommen möglich. Was diese Anbaustrukturen in diesem Kontext bedeuten und wer den Kakaopreis bestimmt lesen Sie in unserem Blogbeitrag Was ist Kakao wert?

Unseren eigenen Berechnungen nach müsste der Kakaopreis ungefähr doppelt so hoch sein wie der aktuelle Marktpreis. Nur dann würde sich die Situation der Bauernfamilien ernsthaft verbessern. Das Problem dabei: Niemand im Grosshandel will so teuren Kakao kaufen.

Wieviel zahlt gebana für Kakao?

Wir bezahlen den Kakaopreis in zwei Teilen. Der erste Teil besteht aus dem Marktpreis, Cash gegen Produkt, sowie der Fair-Trade-Prämie, die wir separat an die Kooperativen auszahlen.

Der zweite Teil ist die Bio-Prämie, die wir erst nach Analyse des Produkts auszahlen. Ergibt die Analyse eines Lots, dass die Bohnen mit Pestiziden kontaminiert sind, zahlen wir für das betroffene Lot keine Bio-Prämie. Schliesslich können wir diesen Kakao dann nicht als Bio-Produkt verkaufen. Das ist in der Vergangenheit leider immer wieder mal vorgekommen.

Diesen regulären Preis, den jeder im Markt zahlt, der Fair-Trade- und biozertifizierten Kakao kauft, ergänzen wir mit unserem gebana Modell. Das ist eine direkte Umsatzbeteiligung für Bauernfamilien. Im Fall von Togo bedeutet das, dass die biozertifizierten Bauernfamilien 10 Prozent des Endverkaufspreises unserer Schokolade erhalten.

Diese zusätzliche Prämie verteilen wir aus Fairnessüberlegungen an alle Bio-Bauernfamilien und nicht nur an die 15, die tatsächlich den Kakao für unsere Schokolade liefern – wir verarbeiten etwa 6 Tonnen Kakao pro Jahr zu Schokolade, kaufen aber mehrere hundert Tonnen ein, die wir im Grosshandel weiterverkaufen.

Konkret sieht die Rechnung für 1 Kilo verkaufter Schokolade folgendermassen aus:

gebana_Modell_Schokolade

Wer also bei uns im Onlineshop Schokolade kauft, kann davon ausgehen, dass der richtige Anteil an die Bauernfmailien geht. Doch dieser Preis ist immer noch zu tief. Damit wir mit dem gebana Modell in Togo wirklich etwas bewirken können, müssen wir also viel mehr Schokolade verkaufen. Oder den Grosshandel miteinbeziehen und haben auf diesem Weg bereits erste Verbesserungen erreicht. In unserem Blogbeitrag Der steinige Weg zu gerechterer Schokolade erfahren Sie mehr dazu.

Wie arbeitet gebana mit den Bauernfamilien in Togo zusammen?

Stand 2021/22 kaufen wir in Togo Kakao von 1917 Bauernfamilien ein. 724 davon haben eine Bio-Zertifizierung, der Rest befindet sich in Bio-Umstellung.

Sämtliche Bauernfamilien, mit denen wir in Togo zusammenarbeiten, sind in unserem Farmer-Support-System mit ihren persönlichen Daten, ihrem Zertifizierungsstatus und ihrer Geolokalisierung registriert. Mehr zu diesem System finden Sie hier.

Die Bauernfamilien sind in vier Kooperativen organisiert, die als unsere Handelspartner auftreten. Wir handeln seit dem Jahr 2000 mit Waren aus Togo, seit 2013 haben wir eine eigene Geschäftsstelle in Lomé und beschäftigen in 65 Mitarbeitende vor Ort.

Unter den Mitarbeitenden von gebana Togo sind Agrartechniker, intern auch Field Agents genannt, die regelmässig Bauernfamilien besuchen und so den direkten Kontakt herstellen. Sie unterstützen die Familien im Zertifizierungsprozess und führen auch Trainings zu zum Bio-Anbau und Techniken wie der Agroforstwirtschaft mit ihnen durch. Im Jahr 2020 fanden in Togo 126 solcher Trainings statt, an denen zusammengenommen 4410 Bäuerinnen und Bauern teilnahmen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag Zwischen den Bäumen.


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