gebana Togo

Standort: Lomé, Togo
Zusammenarbeit seit: 2000 (Gründung gebana Togo 2013 / operationell im Einsatz seit 2015)
Anzahl Mitarbeitende: 50
Anzahl Bauern: 1570 Kakao, 300 Ananas
Produkte: getrocknete Ananas, Kakao
Zertifizierungen: Bio, FLO

gebana Togo

Standort: Lomé, Togo
Zusammenarbeit seit: 2000 (Gründung gebana Togo 2013 / operationell im Einsatz seit 2015)
Anzahl Mitarbeitende: 50
Anzahl Bauern: 1570 Kakao, 300 Ananas
Produkte: getrocknete Ananas, Kakao
Zertifizierungen: Bio, FLO

Die ersten Bio-Ananas

Der westafrikanische Kleinstaat Togo hat eine wechselvolle Geschichte und Jahrzehnte politischer Instabilität hinter sich. Erst seit den Präsidentschaftswahlen im März 2010 hat sich die Situation etwas verbessert. Trotz teilweise schwieriger Umstände arbeitet die gebana seit über 10 Jahren eng mit dem togolesischen Kleinstunternehmen SE.TRA.PAL in Lomé zusammen.

SE.TRA.PAL waren die ersten, die in Togo biologische Ananas trockneten. Das Unternehmen organisierte die Bio- und Fairtrade Zertifizierung der Bauern und konnte ihnen dadurch deutlich höhere Preise für ihre Früchte bezahlen. Die aufwändige Verarbeitung der Trockenfrüchte und deren Export schafft inzwischen fünfzig Arbeitsplätze.

Kakaoanbau: Es geht auch ohne Plantagen

Seit ein paar Jahren exportiert die gebana zudem Kakao von rund 1500 togolesischen Kakaobauern. Togo liegt im westafrikanischen Kakao-Gürtel und seine hügligen Regionen im Landesinnern sind wie jene in Ghana oder der Elfenbeinküste bestens für den Kakao-Anbau geeignet. Aufgrund fehlender Investitionen hat sich die Kakaoproduktion in Togo jedoch kaum entwickelt. Die gebana versucht nun, gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort das erste togolesische Bio- und Fairtrade Kakao-Projekt aufzubauen.

Die Kakaobauern und -bäuerinnen der Region Kpalimé, rund 120km nördlich der Hauptstadt Lomé, besitzen im Durchschnitt zwischen 0.25 und 1.5 Hektaren Land. Darauf betreiben sie biologische und stark diversifizierte Landwirtschaft und tragen so zum Erhalt der reichen Biodiversität bei. Die Kakaopflanzen bauen sie in Mischkulturen in den bestehenden Wäldern an, wodurch die Pflanzen auf natürliche Weise vor zu viel Sonne und die Böden vor Erosion geschützt werden. Daneben pflanzen die Bauernfamilien Getreide, Gemüse und Früchte für den Eigenbedarf.

Schokoladegeschmack durch Fermentation

Die Kakaoernte findet von November bis Februar statt. Die reifen Früchte werden vom Baum geschnitten und aufgeschlagen. Das weisse, süsse Fruchtfleisch und die Kakaobohnen werden aus der Fruchthülle entfernt und für 5 bis 7 Tage in Bananenblätter gewickelt. Erst durch den Fermentationsprozess, der jetzt einsetzt, entwickeln die Bohnen ihren Kakao-Geschmack. Anschliessend werden die Bohnen an der Sonne getrocknet, um die Fermentation zu stoppen.

Frauen spielen in togolesischen Kleinbauernbetrieben eine zentrale Rolle, sie führen nicht nur den Haushalt und kümmern sich um die Kinder, sondern erledigen auch einen grossen Teil der landwirtschaftlichen Arbeiten. Da viele Frauen jedoch nicht über ihre Rechte Bescheid wissen, organisiert die gebana Beratungen, bei denen die Frauen zum Beispiel über Landbesitz- und Nutzungsrechte informiert werden.