«Wir müssen verstehen, dass das Wasser nicht nur uns gehört...»

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«Wir müssen verstehen, dass das Wasser nicht nur uns gehört, sondern auch den zukünftigen Generationen.»

sagt Taieb Foudhaili, Besitzer und Geschäftsführer South Organic im Interview.

Taieb

Was mögen Sie an Ihrer Tätigkeit am liebsten?
Taieb Foudhaili (überlegt lange, grinst): Für alles verantwortlich zu sein. Und das zu tun, was sonst keiner auf sich nehmen will.

Welches sind die derzeit grössten Herausforderungen?
Taieb Foudhaili: Es gibt zwei: Eine liegt unter der Erde, eine darüber. Die unter der Erde ist das Wasser – denn irgendwann wird es uns ausgehen. Wir schulen die Leute und arbeiten an unterschiedlichen Projekten, um die Wasserversorgung auch langfristig zu ermöglichen. Doch oft läuft dies ins Leere. Das führt uns zur Herausforderung über der Erde: Wir müssen verstehen, dass das Wasser nicht nur uns gehört, sondern auch den zukünftigen Generationen. Erst wenn wir das begreifen, fangen wir an, nach echten Lö-sungen zu suchen. Das gilt für die Regierung, aber auch für jeden einzelnen Bauern.

Was denken Sie im Nachhinein über die Revolution von 2011?
Taieb Foudhaili: Zu Beginn der Revolution war ich voller Hoffnung, doch jetzt bin ich auch etwas enttäuscht. Das Volk hat die Chance nicht genutzt, wirklich etwas zu ändern. Doch immerhin konnte ein Bürgerkrieg verhindert werden und man kann heute frei seine Meinung sagen ohne Angst haben zu müssen, dafür eingesperrt zu werden. Leider verstehen manche Leute nicht, damit umzugehen. Denn ich finde, auch bei der freien Meinungsäusserung gibt es Grenzen: Wenn ein Präsident gewählt wurde, sollte ich ihn – auch wenn ich ihn nicht mag oder seine Meinung nicht teile – respektieren.