Aus gebana Maghreb wird South Organic

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Produktion Einblicke weltweit

Die Geschichte von gebanas Tätigkeiten in Tunesien geht bis in das Jahr 2003 zurück. In diesen 14 Jahren hat sich viel getan!

Datteln sind in der Region rund um Kebili eine wichtige Einnahmequelle. Auch die Familie von Taieb Foudhaili, einem der beiden Gründer von South Organic, pflegte einen kleinen Dattelhain als Nebengeschäft.

Taieb Foudhaili selbst fand nach seinem Philosophiestudium eine Anstellung bei einem der lokalen Dattelverarbeiter in Kebili. Hier arbeitete er sich vom einfachen Arbeiter zum Produktionsleiter empor.

Bei dieser Tätigkeit lernte er Christian Zengel kennen, einen deutschen Bauern, der sich auf das Trocknen von Gemüse und Früchten spezialisiert hatte. Nachdem die Firma, bei der Taieb Foudhaili zu dieser Zeit angestellt war, sich aus Tunesien zurückzog, übernahmen er und Christian Zengel kurzerhand gemeinsam deren Dattelgeschäft. Sie konnten die Verarbeitungsanlagen und Maschinen ablösen und erarbeiteten sich Schritt für Schritt das Vertrauen der Bauern und Arbeiter. Angefangen haben sie mit 12-15 Bauern aus dem Dorf von Taiebs Familie. Taieb Foudhaili kümmerte sich um die Geschäfte in Tunesien, Christian Zengel hauptsächlich um den Vertrieb in Westeuropa. Das Geschäft lief gut an und schon im ersten Jahr konnten rund 70 Tonnen Datteln verkauft werden.

Mit Christian Zengel war gebana damals schon in Kontakt und so entstand Anfang 2003 eine Handelsbeziehung für Datteln. Doch kurz darauf, im Sommer 2003, dann der Schicksalsschlag: Christian Zengel verletzte sich bei einem Unfall sehr schwer. Die gebana sprang kurzfristig ein und übernahm die Arbeiten von Christian Zengel so gut es ging. Doch bald war klar, dass dieser nicht mehr in seine Position zurückkehren würde und so wurden gebana auch die Geschäftsanteile des Unternehmers übertragen. Christian Zengel wurde stattdessen Aktionär und ist bis heute ein treuer Unterstützer der gebana. Mit Taieb Foudhaili folgte, unter dem Namen gebana Maghreb, eine intensive Zusammenarbeit.

Seit der Revolution in Tunesien 2011 entwickelte sich bei Taieb Foudhaili schrittweise die Überzeugung, dass gebana Maghreb eine unabhängige tunesische Firma werden sollte. In den folgenden, zuweilen turbulenten Jahren ging die gebana immer wieder grosse Risiken ein, um die Entwicklung der Firma zu unterstützen und Arbeitsplätze im politisch instabilen Süden Tunesiens zu erhalten. Insbesondere der Bau einer modernen Verarbeitungsanlage ab 2013 brachte beide
Firmen an den Rand ihrer finanziellen und organisatorischen Leistungsfähigkeit.

Datteln_Produktion

2015 folgte dann eine Umstrukturierung von South Organic. Die gebana willigte ein, die Unternehmensanteile an Taieb Foudhaili zu verkaufen. Taieb Foudhaili holte daraufhin lokale Investoren an Bord und verankerte die Firma stärker vor Ort.

Auch wenn die Abspaltung nach so vielen Jahren des gemeinsamen Engagements etwas «contre coeur» geschah, sehen wir die Abspaltung von South Organic und die gesamte Entwicklung des Unternehmens als Erfolg. Unser Anspruch ist es, stabile Unternehmen in den Ursprungsländern aufzubauen oder sie beim Aufbau zu unterstützen. Und das ist hier gelungen: Die verkaufte Dattelmenge erhöhte sich von 70 auf 1'300 Tonnen, es wurden Arbeitsplätze geschaffen und statt mit nur 15, arbeitet man heute mit rund 200 Bauernfamilien zusammen.

Für die nächsten Jahre haben wir uns mit South Organic nicht nur auf eine Mindestabnahmemenge an Datteln geeinigt, sondern auch auf die strategische Ausrichtung. Es soll mit lokaler Finanzierung in die Qualität und in die Verarbeitung von Nebenprodukten investiert werden. Denn wir sehen es genauso wie Taieb Foudhaili: «Die Nachfrage nach Datteln ist zwar gross, aber nur wenn die Qualität stimmt und alle Nebenprodukte verwendet werden, ist sie auch wirtschaftlich nachhaltig.»