Einkäufer aus dem asiatischen Raum, vor allem aus Indien, reisten nach Westafrika und kauften Rohnüsse in grossen Mengen auf. Der Hintergrund: Die starke Dollaraufwertung Anfang Jahr um rund 25% hatte deren Kaufkraft massiv erhöht. Sie exportierten die Rohnüsse in ihre Länder, wo sie industriell oder halbindustriell verarbeitet werden. Während Côte d’Ivoire, der grösste Produzent von Cashewnüssen in Westafrika, den eigenen Markt durch Zölle und Exportverbote schützte, wurde in Burkina Faso ein Grossteil der Ernte aufgekauft.
Die erhöhte Nachfrage trieb die Preise für Rohnüsse innerhalb weniger Tage um mehr als 50% in die Höhe. David Heubi, Geschäftsleiter von gebana Afrique, erklärt: «Unsere Einkäufer wurden täglich mit neuen Preisen konfrontiert. Die Verträge, die wir mit den Bauern abgeschlossen hatten, waren plötzlich nur noch Papiertiger.» Denn die Bauern nutzten die Situation und verkauften ihre Ernte an jenen, der die höchsten Preise bezahlte, und zwar in bar – und das waren die asiatischen Einkäufer.
L’achat massif de noix brutes par des transformateurs étrangers menace l’existence du secteur encore jeune de la transformation des noix de cajou au Burkina Faso, et par la même la création de valeur liée au cassage des noix. David Heubi juge la situation critique : « Si le gouvernement ne prend aucune mesure pour contrôler les exportations et garantir l’approvisionnement en noix brutes des usines nationales, le secteur aura des problèmes. » Par conséquent, il s’engage au sein de l’Association Nationale des Transformateurs de l’Anacarde du Burkina Faso pour qu’une solution soit trouvée au niveau politique. La tâche est ardue, car le Burkina Faso est actuellement dirigé par un gouvernement de transition. Il ne reste plus beaucoup de temps pour agir entre les nouvelles élections de la mi-octobre et le début de la prochaine récolte en février.
Les producteurs de noix de cajou ont profité de la forte augmentation du prix des noix brutes causée par la demande asiatique accrue et vendu au plus offrant – malgré les contrats conclus avec gebana. Que disent eux-mêmes les paysans à ce sujet ? Lisez maintenant leur réponse ici.
Aktuell gelingt es gebana Afrique, stetig kleinere Mengen Bio-Cashewnüsse einzukaufen. Die eigene Verarbeitungsanlage läuft kontinuierlich, ist allerdings nicht zu 100% ausgelastet. Da viele Cashewbauern auch Mangos anbauen, hofft man die bereits getätigten Vorauszahlungen an Bauern, die ihre Cashew Rohnüsse anderweitig verkauften, teilweise über Mangolieferungen ausgleichen zu können.
Die gebana Handelsabteilung hat die Preissteigerung im Einkauf an ihre Grosskunden kommuniziert und diese gebeten, einen Teil davon mitzutragen, um einen grösseren finanziellen Schaden für gebana zu verhindern. Mit Erfolg: Fast alle Kunden haben sich bereit erklärt, sich an den Mehrkosten zu beteiligen. Mirjam Güntert von der gebana Handelsabteilung bewertet dieses Verhalten äusserst positiv: «In einer herausfordernden Situation gemeinsame Lösungen zu finden, so dass alle das Problem mittragen, das ist für mich Teil des fairen Handels.»
Und wie sieht die Zukunft aus? Um eine Wiederholung dieses Szenarios zu vermeiden, haben gebana Afrique und die gebana AG in der Schweiz gemeinsam die Einkaufsstrategie von Rohnüssen angepasst. Mehr Liquidität zu Beginn der Ernte soll schnelles Handeln sowie Barzahlung ermöglichen.
Doch das Problem ist umfassender: Von insgesamt acht Cashew-Verarbeitungsanlagen in ganz Burkina Faso laufen derzeit gerade mal noch drei, die anderen fünf sind mangels Rohware stillgelegt. Das sind wichtige Arbeitsplätze, die verloren gehen.
Der grossflächige Aufkauf von Rohnüssen durch ausländische Verarbeiter bedroht die Existenz der in Burkina Faso noch jungen Cashewverarbeitung und damit die Wertschöpfung, die das Knacken der Nüsse bringt. David Heubi schätzt die Lage als kritisch ein: «Wenn die Regierung keine Massnahmen trifft, um den Export zu kontrollieren und die Versorgung der inländischen Fabriken mit Rohnüssen zu garantieren, wird der Sektor Probleme haben.» Deshalb engagiert er sich mit dem Verband der burkinabeischen Cashewverarbeiter für eine Lösung auf politischer Ebene. Ein schwieriges Unterfangen, da Burkina Faso derzeit eine Übergangsregierung hat. Von den Neuwahlen Mitte Oktober bis zum Erntebeginn im Februar bleibt dann nicht mehr viel Zeit um zu handeln.
Die Cashew-Bauern nutzten den spunghaften Anstieg der Cashew-Preise aufgrund der erhöhten Nachfrage aus dem asiatischen Raum und verkauften an den Meistbietenden - trotz der Verträge mit gebana. Was sagen die Bauern selbst dazu? Das lesen Sie jetzt hier.