Orange aus Griechenland probiert haben, wissen Sie: Die Früchte vom Peloponnes schmecken einzigartig. Doch warum ist das so? Was unterscheidet diese Orangen von anderen, die weniger Aroma haben?
Kurz gesagt: Es liegt an den Wurzeln der Bäume. Die Bauernfamilien in Griechenland setzen seit jeher auf Wurzelstöcke von Bitterorangen, die sie mit Süssorangen veredeln. Die Bitterorange ist perfekt an die Bedingungen in Griechenland angepasst. Sie ist meisterhaft darin, Nährstoffe aus Böden zu holen, auf denen andere Sorten verkümmern würden.
Leicht salzhaltiges Wasser sorgt für süssere Orangen
Die Bitterorange verträgt sogar leicht salzhaltiges Wasser. Unter dem Stress, den das Salz auslöst, bildet ein Baum mit Wurzeln der Bitterorangen gar Früchte, die mehr Saft enthalten und intensiver schmecken – allerdings sind diese Orangen dann tendenziell kleiner als bei Bäumen, die diesem Stress nicht ausgesetzt sind. Doch auch ohne Stress sorgen die Wurzeln der Bitterorange für Früchte mit viel Saft und einem komplexen Geschmacksprofil, das sich durch eine harmonische Balance von Süsse und Säure auszeich
Auf unserer Spurensuche fanden wir ausserdem heraus, dass früher eigentlich in ganz Südeuropa Orangen auf Wurzelstöcken der Bitterorange heranwuchsen und vermutlich ähnlich schmeckten wie jene aus Griechenland
Pflanzenvirus sorgte für Baumsterben in Südeuropa
In den 1930er Jahren breitete sich pandemieartig das Pflanzenvirus Citrus aus und zerstörte massenweise Orangenbäume. Vor allem Produzent:innen in Spanien und Italien waren betroffen. Weltweit hat das Virus seit Anfang des 20. Jahrhunderts über 80 Millionen Zitrusbäume zerstört.
Das Virus war so verheerend, weil die Bitterorange besonders anfällig für Citrus Tristeza ist. Betroffene Bäume können innerhalb weniger Tage absterben. In Spanien und Italien rodeten die meisten deshalb ihre Zitrushaine komplett und wechselten auf Wurzelstöcke modernerer Hybridsorten, die gegen das Virus resistent sind.
Die Bauernfamilien in Griechenland setzten stattdessen auf rigorose Quarantäne. Sie fällten nur befallene Bäume sowie deren direkte Nachbarn und gruben die Wurzeln komplett aus. Sie warteten dann mehrere Jahre mit der Neubepflanzung. Auf diese Weise gelang es ihnen, das Virus einzudämmen.
Das Ergebnis: Die Bitterorange ist bis heute in Griechenland als Wurzelstock im Einsatz und sorgt für das unvergessliche Aroma unserer Orangen. Wir sind froh, dass die griechischen Bauernfamilien diesen Weg gewählt haben!