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  7. Nachhaltigkeit in Zahlen 2017

10. August 2018

Nachhaltigkeit in Zahlen 2017

2016 haben wir von gebana erstmals die Zahlen zur Nachhaltigkeit unserer Tätigkeit erhoben (siehe Blogbeitrag). Im diesjährigen Jahresbericht wurden diese nun für das vergangene Geschäftsjahr wieder veröffentlicht. Hier stellen wir sie Ihnen kurz vor.

gebana_Jahresbericht_2017_small

*Bruttoinlandprodukt: Rang in der Liste des Internationalen Währungsfonds 2017
**Schwierigkeiten ein Geschäft zu führen: Rang im Weltbank Index «Ease of doing business» 2017
***Noch unklar bei Arbeiterinnen, die pro kg bezahlt werden

Im vergangenen Geschäftsjahr lag ein Nachhaltigkeitsfokus der gebana auf dem Thema Mindestlohn: Alle Mitarbeitenden bei gebana haben eine formelle Arbeitsstelle und erhalten die gesetzlichen Sozialleistungen. Die tiefsten Löhne bei gebana liegen 6% bis 49% über dem nationalen Mindestlohn. Dabei gibt es allerdings eine Einschränkung: Die Arbeiterinnen in der Cashew-Verarbeitung werden pro kg bezahlt, wobei sie frei sind, wie viele Stunden sie arbeiten wollen. Wir haben bei eine Analyse, ob die Monatslöhne auch in diesem Bereich erreicht werden, festgestellt, dass es zwischen den MitarbeiterInnen enorme Unterschiede gibt. Wir gehen deshalb seit Anfang der neuen Ernte zwei Fragen nach: Was ist der Grund für die grossen Unterschiede und werden die Mindestlöhne auch pro Stunde erreicht?

Der Mindestlohn ist allerdings erst der erste Schritt auf dem Weg hin zu einem Lohn, von dem man in Würde leben kann. Deshalb messen wir die Löhne auch am sogenannten Existenzlohn, der von unabhängigen Organisationen ermittelt wird. Während wir bei den Durchschnittslöhnen überall deutlich über dem Existenzlöhnen liegen, ist das bei den tiefsten Löhnen noch nicht so. In Brasilien erreichen wir erst 90%, in Burkina Faso 86% des Existenzlohnes. Warum ist es eigentlich so schwierig, mindestens die sowieso schon tiefen Existenzlöhne zu bezahlen? Warum werden sie von keinem uns bekannten Verarbeiter und noch weniger von Kooperativen und Bauernvereinigungen bezahlt, auch nicht von Max Havelaar zertifizierten Strukturen oder anderen Labels und auch nicht von gebana?

Insbesondere im ländlichen Umfeld werden oft nicht einmal Mindestlöhne erreicht. Dabei wäre der Preisunterschied, zu dem ein Existenzlohn zahlbar wäre, höchstens 1 Franken pro kg Endprodukt! Der Grund liegt in der Not: Auf noch so schlecht bezahlte Arbeit bewerben sich enorm viele Menschen. Bei den Kleinfirmen, welche die Mangos trocknen, besteht beispielsweise das Problem, dass trotz tiefster Löhne manchmal Bekannte der Führungsleute statt kompetentere Arbeiterinnen angestellt werden.

Dort, wo Handarbeit in Afrika in Konkurrenz zu effizienteren Arbeiterinnen oder Maschinen in Asien stehen, ist es riskant für die Bauernkooperativen oder die Unternehmen, wenn sie die Arbeitsbedingungen verbessern. Am Beispiel Cashew ist das Dilemma gut ersichtlich: der Effizienzunterschied zwischen Asien und Afrika beträgt heute rund 2 Franken pro kg verarbeiteter Cashews. Aus diesem Grund lohnt es sich, die westafrikanischen Nüsse zum Knacken nach Vietnam zu exportieren – mit verherenden Auswirkungen, lesen Sie hier.

Das Thema der Mindestlöhne wird uns darum noch weiter beschäftigen. Das Ziel ist es, alle Löhne schrittweise zumindest auf das Existens-Minimum zu erhöhen.

Weitere wichtige Schritte im Bereich Nachhaltigkeit des vergangenen Geschäftsjahres:

  • Festschreibung unserer Vision und Prinzipien, in denen soziale und ökologische Grundsätze im Zentrum stehen.
  • Etablieren eines Kundenbeirats: Dieser hat die wichtige Aufgabe, einen externen Blick auf unsere Arbeit zu werfen und uns in Bewertungsfragen und Prioritäten zu unterstützen.
  • Unterstützung der Konzernverantwortungsinitiative (diese fordert, dass Schweizer Unternehmen auch im Ausland die Menschenrechte einhalten und dafür zur Verantwortung gezogen werden können): Deren Annahme und Durchsetzung würde mehr zur Erreichung unserer Vision, gemeinsam den Handel zugunsten von Bauern, lokaler Gemeinschaften und der Umwelt zu verändern, beitragen, als unser Umsatz. Deshalb engagieren wir uns als Unternehmen für die Initiative und leisten mit unserer Erfahrung im Süden einen Beitrag an die Diskussionen.
  • Zusammenarbeit mit Niels Jungbluth, einem annerkannten Experten mit grosser Erfahrung im Bereich Life Cycle Analysis. Mit ihm betrachten wir unsere gesamten Lieferketten und bewerten sie einerseits nach ihrer Wirkung auf die Umwelt, andererseits nach unserem Einfluss, den wir auf die einzelnen Bereiche und Prozesse haben. Das Ziel ist, unsere Wirkung vor Ort deutlich zu verstärken und einfacher verständlich zu machen.
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